Neurodivergenz

Neurodivergenz bzw. Neurodiversität beschreibt unterschiedliche Formen neuronaler Entwicklungsvarianten, zum Beispiel bei ADHS, Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) oder einer Kombination aus beidem, was häufig als AuDHS bezeichnet wird.
Viele neurodivergente Menschen haben im Laufe ihres Lebens wiederkehrend erfahren, dass sie nicht verstanden werden und ihre Schwierigkeiten oft sogar als Charakterfehler gedeutet wurden.
Daraus entstehen nicht selten Erschöpfung, Selbstzweifel, Ängste, depressive Verstimmungen oder ein anhaltendes Gefühl, „anders“ zu sein und nicht dazuzugehören.

In einer Welt, die oft nicht auf die Bedürfnisse neurodivergenter Menschen ausgerichtet ist, biete ich gezielte psychotherapeutische Unterstützung, die auf die besonderen Stärken und Herausforderungen eingeht, ohne Ihre Eigenheiten zu pathologisieren.


Versteckter Autismus

Formen von verstecktem Autismus spielen eine wichtige Rolle im Rahmen der Psychotherapie, da betroffene Personen oft über Jahre unter Fehldiagnosen leiden.
Versteckter Autismus (auch „maskierter Autismus“) bedeutet, dass autistische Merkmale nach außen hin nicht sichtbar oder weniger offensichtlich sind, weil die betroffenen Personen bewusst oder unbewusst ihre autistischen Verhaltensweisen verbergen oder anpassen können.
Besonders Menschen mit leichteren Ausprägungen, lernen oft schon früh, sich an die neurotypische Welt anzupassen und bezahlen dafür einen hohen Preis.
Dieses sogenannte Masking kostet enorm viel Energie, denn das ständige Schauspielern verlangt eine dauerhafte Kontrolle, die sich über Stunden und Tage kaum abschalten lässt. Langfristig kann daraus eine tiefe körperliche und seelische Erschöpfung entstehen, die bis zum Burnout führt. Hinzu kommen innere Konflikte zwischen dem eigenen Selbst und der nach außen gezeigten Fassade, die sich oft als Gefühl von Entfremdung oder Unehrlichkeit sich selbst gegenüber äußern. Auch Angststörungen und Depressionen treten bei Menschen, die über lange Zeit maskieren, überdurchschnittlich häufig auf.

Menschen mit verstecktem Autismus wirken im Alltag häufig „normal“ und sozial kompetent, weshalb ihre Belastung von außen kaum wahrgenommen wird. Hinweise zeigen sich oft eher im privaten Rahmen, wo sie erschöpfter, stimmungsschwankender und direkter auftreten als in der Öffentlichkeit. Typisch sind u.a. eine ausgeprägte Müdigkeit nach sozialen Begegnungen, Spezialinteressen, die sie aber sorgfältig verbergen, sowie sensorische Überempfindlichkeiten, durch die etwa laute Räume oder bestimmte Materialien schnell überfordern. Hinzu kommt häufig ein starres Regelverständnis oder die Abhängigkeit von festen Routinen, die für Sicherheit sorgen. Besonders häufig bleibt dieses Muster bei Frauen und Mädchen unerkannt, weil sie oft geschickter maskieren und ihre Schwierigkeiten länger verbergen können.

Versteckter Autismus ist genauso "echter" Autismus wie stärker sichtbarer Autismus. Es geht nicht darum, dass die Person "weniger autistisch" ist, sondern dass die Auswirkungen weniger offensichtlich sind.

Viele Menschen mit verstecktem Autismus berichten, dass die Diagnose im Erwachsenenalter eine große Erleichterung war, endlich konnten sie verstehen, warum sie sich immer so anders gefühlt haben.



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