Transidentität

Transgender / Transidentität / Geschlechtsdysphorie

Heute wird als Transidentität benannt, was im Diagnosemanual ICD-10 leider noch mit dem veralteten Begriff Transsexualität bezeichnet wird: Das gefühlte Geschlecht passt nicht mit dem biologischen Geburtsgeschlecht überein. Veraltet ist der Begriff deswegen, da man heute weiß, dass Transgender nichts mit der Sexualität zu tun hat, sondern vielmehr die eigene Identität betrifft.
Es ist wichtig zu betonen, dass eine Transidentität keine Krankheit darstellt. Krank macht vielmehr der Spannungszustand, der eben dann entsteht, wenn das körperliche Geschlecht ein anderes ist, als das gefühlte Geschlecht. Dieser Spannungszustand ist mit dem Begriff Geschlechtsdysphorie gemeint. Wird eine Transidentität verdrängt, zieht das sehr häufig psychische Erkrankungen wie Depressionen, Essstörungen, Angststörungen und Abhängigkeitserkrankungen nach sich.


In Österreich gibt es kein Transgendergesetz, jedoch Empfehlungen für den Behandlungsprozess bei Geschlechts-Dysphorie bzw. Transsexualismus, herausgegeben vom BMGF.
Diese Behandlungsempfehlung ist stark angelehnt an die Standards of Care der World Professional Association for Transgender Health.
Für alle Betroffenen heißt dies, dass für den Beginn der Transition eine Indikationsstellung durch die Diagnosesicherung von drei Seiten erforderlich ist: Psychotherapie, Klinische-Psychologie und Psychiatrie. Dann kann die körperliche Transition eingeleitet werden (Hormonbehandlung, Personenstandsänderung, geschlechtsangleichende Operationen).


Abgesehen von der Diagnosestellung gibt es keine verpflichtende Anzahl von Psychotherapiestunden. Jedoch wird eine psychotherapeutische Begleitung empfohlen und von den meisten Betroffenen sehr geschätzt.
Psychotherapie ist hilfreich bei allen großen Schritten, die im Verlauf der Transition anstehen. Angefangen beim Finden/Festigen der eigenen Identität, über Coming-Out und Passing, bis hin zum Erarbeiten einer befriedigenden Rollengestaltung. Udo Rauchfleisch schreibt dazu: "Das übergeordnete Ziel ist, eine möglichst große emotionale und soziale Stabilität zu erreichen, damit der betreffende Trans*mensch den Belastungen, mit denen er zwangsläufig immer wieder im Alltag konfrontiert wird, standhalten und mit ihnen konstruktiv umgehen kann." (U. Rauchfleisch: Transsexualität - Transidentität. Begutachtung, Begleitung, Therapie.V&R 2016)

Ich begleite Sie gerne auf diesem Weg und informiere Sie über Möglichkeiten und Grenzen der Transition in Österreich, Deutschland oder gegebenenfalls auch weltweit.

Da für die Behandlung und Begleitung von transidenten Menschen spezifische Kenntnisse notwendig sind, liste ich hier meine Fortbildungen und Tätigkeiten in diesem Bereich auf.

Mai und Oktober 2019:
Fortbildung: Variationen der Geschlechtsentwicklung

September 2019:
Vortrag bei der Tagung "Transidentität im Kindes- und Jugendalter" der Kinder- und Jugendpsychiatrie Hall in Tirol in Kooperation mit dem TLP:
Transidentität im Kontext der Psychotherapie

Januar 2019:
Gründungsmitglied des Arbeitskreises des TLP "Trans*Inter-Gesundheit"

Oktober 2018:
Fortbildung: Geschlechtsdysphorie, Transidentität und Transsexualität im Kindes- und Jugendalter

September 2017:
Fortbildung: Trans*Gender und Inter*Geschlechtlichkeit

Juni 2015:
Transgender Fortbildungscurriculum Modul 3:
Psychotherapeutische Begleitung/Behandlung mit genderdyshporischen/transidenten Menschen
Rechtliche und soziale Aspekte

September 2015:
Transgender Fortbildungscurriculum Modul 4:
Möglichkeiten und Behandlung transident empfindender Kinder und präpubertärer Jugendlicher
Möglichkeiten und Grenzen der medizinischen Behandlung

"In meinen Beziehungen zu Menschen habe ich herausgefunden, daß es auf lange Sicht nicht hilft, so zu tun, als wäre ich jemand, der ich nicht bin."
Carl R. Rogers



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